Das Thema

Gedanken

Erhöre und wandle uns

Nachhall zum Bußtagsgottesdienst

Schon beim Eintreten in die Kirche Wartenberg fielen neonleuchtende Bausteine ins Auge, welche zu einer Mauer auf dem Altartisch aufgebaut waren. Auf jedem stand ein anderer Begriff und einer davon stand wie ein Mahnmal dort und rief nach meiner Aufmerksamkeit wie kein anderer.


Nach und nach wurden die Steine vorgestellt. Jeder Stein stand für etwas, an dem man Buße tun kann. Eingeleitet mit dem ritualisierten „Herr vergib mir meine...“ wiederholten wir die Worte: Gleichgültigkeit, Neid, Missgunst, Wut...


Aufgelöst wurde das Ganze dann durch ein „Der Herr erhört uns und wandelt uns“ Aus den schrillen Steinen wurde eine goldene Brücke in das Himmelreich gebaut.

Was für ein wunderbares Bild.


Ich konnte fast jedes Wort mitfühlen. Ich wollte nicht mehr so neidisch sein und wollte mehr für andere da sein. Motiviert, mich noch mehr zu bessern, nahm ich das Ritual auf.


Und dann kam das eine Wort, welches mir schon zu Beginn entgegen strahlte und das noch lange nach hallen sollte: „Herr vergib mir meine Angst und verwandle sie in Vertrauen.


Wie unfair. Wie gemein. Ich suche mir die Angst doch nicht aus. Ich habe schließlich den Weg der Angst nicht gewählt und finde auch keinen Ausgang. „Herr vergib...“ das heißt doch, ich bin schuld daran! Tränen rannen mir über die Wangen und ich wollte in diesem Moment so unbedingt all die Angst loslassen, die mich schon ewig begleitet. Tapfer sprach ich die Worte mit.

Und diesmal kam mir die Pause bis zum „Der Herr erhört uns und verwandelt uns“ unheimlich lang vor.


Ja, ich möchte vertrauen, Vertrauen in mich selbst, aber auch in andere setzen können! Vor allem jedoch möchte ich Gott vertrauen, dass er mich tatsächlich liebt und behütet - dass ich ihm genüge.


Dieser Gottesdienst blieb mir noch sehr lange im Kopf und noch heute höre ich die Worte immer wieder: „Der Herr erhört uns und verwandelt uns“ - Was für ein tröstender Gedanke und welch ein Glück.

Stefanie Schwurack

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