Die Evangelische Kirchengemeinde
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Auf ein Wort.

Monatslosung Mai 2018

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr 11,1


Liebe Gemeinde,

„ich sehe was, was du nicht siehst…“ Streit zwischen Kindern auf dem Autorücksitz wurde in unzähligen Familien durch dieses Spiel vermieden oder wenigstens verschoben. Was ich nicht sehe – existiert das nicht?

Ein Bild Gottes sah man in Israel zur Zeit Jesu nicht. Für Menschen aus Rom, Griechenland, Ägypten war das unverständlich. Ihre Tempel waren reich geschmückt mit Bildern ihrer Götter. Im Judentum war und ist das verboten. Das geht auf eine wichtige Erkenntnis zurück: Gott will kein Bild von sich, weil ein Bild eine Vorstellung festhält und prägt. Gott kann man jedoch nicht in einem Abbild fesseln. Er ist mehr als alle Bilder von ihm. Er sprengt die Kraft all unserer Bilder und Vorstellungen.

Gott wird in anderer Weise sichtbar: Er wird sichtbar in dem, was einen Menschen trägt, was seinem Leben Sinn gibt und was ihn antreibt zum Guten. Das sind vor allen Dingen Vertrauen auf die Schönheit des Lebens und die Liebe zu aller Schöpfung, die zur Annahme aller Menschen und zum Streben nach Gerechtigkeit und Wahrheit führt. Er wird sichtbar darin, dass Krisen der Welt und des individuellen Lebens nicht allein zu Gefühlen der Ohnmacht, sondern auch zum Aufbegehren und zum Fragen und Einschlagen eines aktiven Weges führen, in der gewissen Hoffnung, Gutes suchen und bewirken zu können auch im Kleinen.
Alles das kann ich bei mir anderen Menschen nicht im Spiegel sehen, ich kann es nur erfahren. Beim Glauben kommt es nicht auf äußeres Sehen an, sondern auf ein inneres Auge, das in mir einen göttlichen Antrieb findet, der mir Zuversicht schenkt und mein Zweifeln verringert.

„Ich sehe was, was du nicht siehst…“ Der Glauben an den unsichtbaren und doch wirkenden und wirksamen Gott führt zur Hoffnung und wehrt dem Zweifel. Sichtbar wird Gott allein im Handeln und Reden derer, die ihn in sich sehen und in sich tragen. Gehören Sie dazu?

Es grüßt sie von Herzen Ihre Pfarrerin Nana Dorn