Das Thema

GEORG PHILIPP TELEMANN



„Unterhaltung, die ihr Publikum auch ein Vierteljahrtausend nach ihrer Entstehung noch erreicht, muss etwas vom Menschen verstanden haben...“ (Peter Uehling)

Liebe Gemeinde,
Unterhaltung haftet oftmals das Klischee an, oberflächlich zu sein. Erst bei näherem Hinsehen erkennt man unter Umständen, welche Meisterschaft zu einer gewissen, scheinbaren Leichtigkeit geführt haben könnte. Und oft entdeckt man im Weiteren ungeahnte Tiefen....
Georg Philipp Telemanns Berühmtheit zu Lebzeiten war, so kann man heute lesen, legendär. Nicht nur, dass sein musikalisches Gesamtwerk von der Forschung auf die unfassbare Zahl von ca. 3600 Werken aller möglicher Gattungen beziffert wird, darunter allein 1750 Kirchenkantaten - so hinterließ er mit seiner Musik vielerorts so maßgeblichen Eindruck, dass man dort auf sie einfach nicht verzichten wollte.
Was seinen Fleiß und seine Umtriebigkeit angeht, so muss man sich vorstellen, dass der Mann erst einmal fast alle wichtigen Instrumente selbst so spielen konnte, dass er in der Lage war, so für sie zu schreiben, dass die Komposition gut klang – ein wichtiges Moment für die spätere wohlwollende Verwertbarkeit durch Musiker und Publikum. (Natürlich gibt es neben „wohlwollenden“ Momenten auch andere wichtige künstlerische Aspekte).
Dem Vernehmen nach soll Telemann einmal innerhalb von 3 Stunden, quasi im Wettbewerb mit dem gleichzeitig schreibenden Librettisten (Texter), eine Kantate fix und fertig komponiert haben. „Er hat stets mindestens ein Amt versehen, in Hamburg neben der Kirchenmusik (an fünf Hauptkirchen!) auch die Oper geführt, seine Werke einstudiert und geleitet, selbst verlegt und mit eigener Hand in Kupfer gestochen, Eintrittskarten selbst verkauft, außerdem neun Kinder gezeugt, und drei Autobiografien verfasst – man begreift es nicht...“ (Peter Uehling)

Geschätzt wurde neben Telemanns Ausdruckskraft und melodischem Einfallsreichtum auch sein international geprägtes Schaffen. Der Komponist Johann Scheibe behauptete, Johann Sebastian Bachs Werke seien „keinesfalls von sol­chem Nachdruck, Überzeugung und vernünftigem Nachdenken […wie diejenigen von Telemann und Graun…] Das vernünftige Feuer eines Telemanns hat auch in Deutschland diese ausländische Musikgattungen bekannt und beliebt gemacht […] Dieser geschickte Mann hat sich auch sehr oft in seinen Kirchensachen derselben mit guter Wirkung bedienet, und durch ihn haben wir die Schönheit und die Anmut der französischen Musik mit nicht geringem Vergnügen empfunden“. Auch Agricola und Quantz lobten Telemanns Verwendung fremder Einflüsse.“(Quelle: Wikipedia)

Ein kleines Stück seines Werkes haben wir am Karfreitag im Heinrich-Grüber-Zentrum mit Ausschnitten aus seiner Kantate „Siehe, das ist Gottes Lamm“ zu Gehör gebracht, nunmehr folgt am Sonntag, dem 24. September in der Reihe „Klassik im Gottesdienst“ die Aufführung einiger Sonatensätze für Flöte und Orgel mit Christine Rehle und Klaus-Peter Pohl.
Am 24. Juni 2017 hatte Telemann seinen 250. Todestag.
Klaus-Peter Pohl