Das Thema

30 JAHRE HEINRICH-GRÜBER-GEMEINDEZENTRUM

30 JAHRE ALT – WIE FÜHLT SICH DAS AN?

Unser Gemeindezentrum wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Leider können wir es nicht befragen, wie sich dieses Alter heute so anfühlt. Wir fragen daher stattdessen einen Menschen aus unserer Gemeinde, der etwa 30 Jahre alt ist. Es handelt sich um Stefan Walter, ein Mitglied unserer Gemeindeleitung, des Gemeindekirchenrats.

Lieber Stefan,
vor etwas mehr als 30 Jahren bist Du geboren und damit ein wenig älter als unser Heinrich-Grüber-Zentrum. Du hast Dich freundlicherweise bereit erklärt, uns einige Fragen zu beantworten:

Seit wann lebst Du in Hohenschönhausen?
Seit 32 Jahren eigentlich, also fast so alt, wie ich bin.

Was gefällt Dir an diesem Stadtteil?
Ich bin hier nicht nur aufgewachsen, ich kenne mich gut hier aus, habe viele Freunde kennen gelernt. Man hält an vielem Alten fest. Ich bin hier entspannter. Ich weiß, wo alles zu finden ist. Ich bin, sagen wir mal, so ein bisschen ein „Heimatkind“, ich bleibe beim Altgewohnten. Ich gucke mir andere Gegenden auch mal an, gefällt mir auch, aber, Heimweh ist irgendwo immer da.

Was findest Du schwierig, gibt es etwas, wo Du denkst, das ist problematisch?
Den Wandel, ein bisschen. Man merkt es auch hier in der Kirche, dass es sehr wenige Konfis gibt.
Manchmal denke ich, es könnte auch mal ein wenig ruhiger sein, z.B. die Mai-Demos, das war sehr katastrophal. Dieses Jahr ist das nicht so ausgeartet.
Es wurde auch viel kaputt gemacht, Kindergärten rausgenommen und Schulen wurden dicht gemacht. Da ist schon viel passiert, was eigentlich nicht hätte sein müssen.

Insgesamt lebst Du aber gern in Hohenschönhausen?
Naja, gut, 11-Geschosser (Lachen). Man ist an Platte gewöhnt.
Du stehst sozusagen in der Mitte des Lebens. Für das Heinrich-Grüber-Zentrum waren der Friedenskreis und der Mauerfall sehr bedeutsam. Was sind heute für Dich bedeutende Themen, was findest Du gut, wofür sollten Kirche und Gemeinde sich mehr engagieren?
Dieses Thema Öffentlichkeitsarbeit, sich nach außen besser präsentieren. Das ist natürlich schwierig, wegen der Lage dieser Gemeinde.
Jetzt ist dann wieder das Sommerfest, viele Kinder ziehen dann auch die Eltern ran. Das ist wirklich der erste Aspekt, den man da greifen muss.

Was wünschst Du dem Heinrich-Grüber-Zentrum für die Zukunft? Was bedeutet es Dir ganz persönlich?
Dass es noch sehr lange hält.
Ich will weiterhin meine Freunde in der jungen Gemeinde treffen.
Vielleicht kann ich mich ja auch in anderen Kreisen zeigen. Ich wurde ja auch für den Chor schon gefragt, ich bin nur kein guter Sänger; oder halt mal zum Männerkreis.
Ich bin zwar christlich gläubig, aber ich kenne die Bibel halt nicht in- und auswendig. Ich bin trotzdem ein gläubiger Mensch. Manchmal, da denke ich: „So viel Ahnung hast Du doch nicht davon.“ Bei manchen ist es so, die kennen sich in der Kirche oder im GRÜZ halt richtig gut aus. Da denke ich: „Das wusstest Du noch nicht.“ Na, Leben ist eine Schule.


Notieren Sie sich dafür doch bitte schon mal den 2.9.2018!